Herbert Kannegiesser GmbH

Geschichte

Die Gründung des Unternehmens

Unsere Firma wurde 1948 von Dipl. Ing. Herbert Kannegiesser gegründet, der bis Kriegsende in der Flugzeugindustrie tätig gewesen war. Mit vier Mitarbeitern begann er in einer Holzbaracke nahe Vlotho mit der Herstellung von Bügelmaschinen für die Bekleidungsindustrie, die damals in Ostwestfalen eine Hochburg hatte. Bügelpressen für Oberhemden wurden die Spezialität des jungen Unternehmens und begründeten seinen internationalen Ruf.

Wo immer auf der Welt - von Hongkong bis Brasilien und von Rußland bis Südafrika - Oberhemden maschinell gebügelt wurden, geschah dies mit Kannegiesser-Maschinen, über Jahrzehnte in dieser Marktnische nahezu eine Alleinstellung. Irma Kannegiesser, Ehefrau des Firmengründers, legte den Grundstock für das weltweite Vertreternetz.

Ab 1950 fanden speziell entwickelte Hemdenpressen dann auch den Einzug in die Wäschereien und stießen auf damals bereits etablierte Marken wie Kleindienst, Brown, Ajax oder Prosperity. Die Einbindung in die Bekleidungsindustrie auf der einen Seite und in die Wäscherei auf der anderen Seite haben die weitere Entwicklung des Unternehmens geprägt.

Die erfolgreichen Anfänge

Nach raschem Wachstum auf 25 Mio. DM Jahresumsatz und 180 Beschäftigte in 1961 brach plötzlich weltweit der Hemdenmarkt ein, in der Wäscherei ebenso wie in der Bekleidungsindustrie. Das Unternehmen geriet in den sechziger Jahren in eine Krise.

Als Konsequenz wurde das Produktionsprogramm auf eine breitere Basis gestellt - für die Bekleidungsindustrie wurde Kannegiesser der Pionier der Fixiertechnik - über Jahrzehnte war die Marke Kannegiesser in vielen Ländern wie z.B. den USA das Synonym für "Fixiermaschine": Wer von seiner Kannegiesser sprach, meinte seine Fixiermaschine.

Aber auch das Programm für Wäschereien wurde systematisch erweitert und Kannegiesser entwickelte sich zum Spezialisten des Finishbereiches moderner Wäschereien.

Internationalisierung

1970 erkrankte Firmengründer Herbert Kannegiesser schwer und übertrug die Leitung des Unternehmens seinem damals 27 jährigen Sohn Martin, der nach dem frühen Tod seines Vaters Anfang 1974 auch Firmeninhaber wurde. Seine Mutter Irma blieb noch bis 1980 aktiv im Unternehmen und begleitet es seitdem nach wie vor mit Interesse und Engagement.

Die Internationalisierung des Unternehmens wurde konsequent fortgesetzt, die Produktionsprogramme ausgebaut.

Immer wieder verschrieb Kannegiesser sich dem Konzept zu kompletten Systemlösungen - dies begann 1978 mit den sogenannten Formteilestraßen, deren Kernstück zunächst die Tunnelfinisher waren. In diesem Bereich erlangte Kannegiesser die unangefochtene Führungsposition in Europa.

Wäscherei als Gesamtsystem

In 1983 stellte Kannegiesser die "Mangelstraße aus einem Guß" vor und läutete damit das Ende einer Ära ein, in der Mangel- und "Zusatzmaschinen" - Hersteller jeweils getrennt operierten. Der immer heftiger einsetzende Struktur- und Technologiewandel in der Wäscherei veranlaßte Kannegiesser schließlich zu der Entscheidung, die Wäscherei als Gesamtsystem zu sehen und entsprechend den Weg zu einem aufeinander abgestimmten Komplettprogramm der industriellen Wäschereitechnik einzuschlagen: In 1990 - nach der Wende - wurde aus dem großen Know-How-Schatz der einstigen Textima in Aue /

Sachsen ein schlagkräftiger Mangelbau entwickelt, die heutige Firma Kannegiesser Aue GmbH.

In 1996 erwarb man die Kleindienst Wäschereitechnik GmbH in Augsburg, die in einen hochproduktiven Spezialbetrieb für Fördertechnik umstrukturiert wurde.

1998 kamen die Firmen Passat und Pharmagg in den Kannegiesser-Verbund.

Passat war bis etwa Ende der achtziger Jahre eine der weltweit führenden Marken im Wäschereimaschinenbau, Begründer moderner Trocknertechnologien und Pionier so erfolgreicher Waschstraßenkonzepte wie der Poensgen-PWZ oder der Archimedia. Kein Waschstraßenhersteller hat weltweit mehr Installationen aufzuweisen als Passat.

2005 hat Kannegiesser 100% der Geschäftsanteile der britischen Firma Ducker Engineering Limited übernommen und wird das Unternehmen mit seinen beiden Betriebsstätten in Kendal und Banbury in den Firmenverbund integrieren.

Heute bietet Kannegiesser als Technikpartner der Wäscherei seinen Kunden das gesamte Produktprogramm an industrieller Wäschereitechnik an.