Herbert Kannegiesser GmbH

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27.04.2015

100. Geburtstag Herbert Kannegiesser

Dipl.-Ing. Herbert Kannegiesser verstarb vor 41 Jahren – wäre in diesen Tagen 100 Jahre alt geworden.

Er hatte die Firma Kannegiesser 1948 aus kleinsten Anfängen in einer angemieteten Schlosserei in Vlotho mit 4 Mitarbeitern gegründet – als Flüchtling und ehemaliger Flugzeugbauer hatte es ihn nach dem Krieg durch verwandtschaftliche Verbindungen seiner Ehefrau Irma nach Ostwestfalen verschlagen. Dort wuchs auch sein Sohn Martin auf. Irma war mit dem damals 3-jährigen im bitterkalten Januar 1945 von Posen über Dresden im Treck zu ihren Eltern ins damals zerbombte Bremen geflüchtet.

Das damals durch Zufälle entstandene Anfangsprodukt einer Hemden-Bügelmaschine wurde ein weltweiter Erfolg, der jedoch nach einem stürmischen Wachstumsjahrzehnt durch Technologiewandel zerbrach – die Firma geriet in eine Existenzkrise, Herbert Kannegiesser erkrankte schwer.

Noch sehr jung und direkt nach dem Studium stieg Sohn Martin in den damals noch recht kleinen Betrieb seiner Eltern ein und gestaltete ihn mit tatkräftiger Unterstützung seiner Mutter um. Heute sind 1.400 Mitarbeiter direkt bei Kannegiesser beschäftigt, davon gut die Hälfte im Werk Vlotho. Die Firma ist in 51 Ländern präsent, davon in 16 mit eigenen Firmen. Sie gilt als Weltmarktführer im Bereich der industriellen Wäschereitechnik mit Maschinen, Logistik und Verfahrenstechnik.

In einer kleinen Gedenkstunde mit Führungsmannschaft, Vertretern von Betriebsrat und noch wenigen alten Weggefährten erinnerte Martin Kannegiesser an den Firmengründer und an dessen unternehmerische Dynamik, eindrucksvolle menschliche Ausstrahlung und seine Freude an Technik.

„Wir verdanken ihm einen Firmengeist, der uns in etlichen Krisen vor dem Absturz bewahrt und die Belegschaften zusammengehalten hat. Hoffentlich können wir uns diesen Geist trotz wachsender Größe, Internationalität und mehr Anonymität im Geschäft bewahren“, erklärte Martin Kannegiesser, der kürzlich als bisheriger Alleineigentümer die Firmenanteile in eine Familienstiftung eingebracht hat.  „Dies wäre vermutlich auch im Sinne unseres Firmengründers gewesen“.


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